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Klingenthal | Selb

Im Dreiländereck zwischen BRD, DDR und der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ČSSR) lüftet sich der Eiserne Vorhang zuerst. Die Züge aus der Prager Botschaft kommen hier an, kurz darauf folgen endlose Trabbikolonnen. Über 60.000 DDR-Bürger*innen überwinden hier die Grenze schon vor dem 9. November 1989. Am Grenzübergang bei Schirnding betreten sie zum ersten Mal das Gebiet der Bundesrepublik.

Klingenthal / Selb

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Zu den Geschichten

Die Region ist auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze geprägt von Tradition und Handwerk. Das bayrische Selb gilt als Weltstadt des Porzellans. Das sächsische Klingenthal ist weltberühmt für seinen Instrumentenbau. Für beide Orte werden die 1990er zu Schicksalsjahren: Aus dem „vogtländischen Musikwinkel“ wird neudeutsch „Musicon Valley“, aber der Instrumentenbau in Klingenthal verliert Anfang der 1990er Jahre schlagartig an Bedeutung. In Selb und Umgebung werden aus den legendären Porzellanmarken Zweigstellen eines internationalen Konsortiums – vor Ort wird kaum noch etwas produziert. Ost wie West erleben jedoch auch Aufbruch. Ein Pfarrer aus Klingenthal schiebt die Proteste gegen die SED an und kehrt der aufkommenden Parteien-Politik bald wieder den Rücken. Ein Galerist in Selb knüpft neue Kontakte und zeigt Kunst „von drüben“. Und an die Wintersporterfolge aus der DDR kann auch in der neuen BRD angeknüpft werden.